Sie wollen uns ausmerzen

Sie wollen uns ausmerzen

Und das ist wörtlich gemeint. Längst ist der Punkt überschritten, an dem »nur« Profile und Konten unbequemer Menschen in den asozialen Medien »verschwinden«. Es gebe sich niemand der Illusion hin, dass jenes Katz‐und‐Maus‐Spiel im Internet der (vorläufige) Höhepunkt des Vernichtungswillens ist. Dieser Irrtum kann und wird tödlich enden!

Du bist ein Frosch

Viele Zeitgenossen, das beobachte ich immer wieder verblüfft, leben bereits im Untergrund — ohne es überhaupt zu merken. Sie senken in der Öffentlichkeit routiniert die Stimme und schauen sich hastig um, wenn das Gespräch auf Heikles kommt. Sie kommunizieren in Codes und Metaphern, um notfalls hinter dem Schild des vermeintlichen Missverständnisses Deckung zu suchen. Sie jonglieren im Internet auf eine Weise mit Mehrfachidentitäten, die jeden minderjährigen nigerianischen Afghanen auf Europa‐Tournee vor Neid erblassen lässt.

Nur mal so als Info für alle, die nicht Jan Böhmernann oder ein russischer Bot sind, ihren Lebensunterhalt mit organisierter Kriminalität bestreiten oder sonst irgendwie auf der Roten Liste stehen: Das ist nicht normal. So lebt es sich in einer Diktatur, wo die Wände Augen und Ohren haben. Einige hier werden sich vielleicht noch daran erinnern. Mit freiheitlich‐demokratischer Grundordnung, Rechtsstaat und ähnlichem anachronistischen Firlefanz hat das nichts mehr zu tun.

Wir haben uns halt nur daran gewöhnt. Wie der sprichwörtliche Frosch, der im Wasserbad langsam aber sicher seinem kulinarischen Ende entgegen siedet. Schwer zu sagen, ob er zu irgendeinem Zeitpunkt ahnt, dass nicht mehr alles so ist, wie es sein sollte — zumindest zieht er nicht die erforderlichen Konsequenzen in Form eines beherzten Sprunges. So sagt man jedenfalls. Ich habe es nie ausprobiert, ich koche keine Frösche. Ich ahne aber langsam, wie er sich fühlen könnte.

Dämonetarisierung

Spätestens beim »Denunzianten‐Gate«, der Hetzkampagne, deren Ziel es war, (alternativen) konservativen Medien den Saft abzudrehen, dürfte auch dem Letzten klar geworden sein: Die Hüter des Gutmenschentums auf Erden wollen nicht nur spielen, die meinen das sehr ernst. Der Gegner »muss weg«, egal wie — besonders, wenn er mit Fakten gerüstet und zu jeder Diskussion bereit ist. Da hört der Spaß auf. Nie wieder werde ich dem Märchen »Hensel und Grätel« ohne nervöse Zuckungen lauschen können, aber man könnte sagen: Das war in gewisser Weise mein politisches »Erweckungserlebnis«. Seither schweige ich nicht mehr.

Wer jetzt nur Bahnhof versteht: Die ganze Affäre wurde an anderer Stelle ausführlich und unterhaltsam dokumentiert, ich verweise daher an dieser Stelle der Einfachheit halber auf die Achse des Guten [1]. Das sollte natürlich nur der Auftakt sein. 2017 folgte die »Adpocalypse« (nicht meine Erfindung!), der massenhafte Entzug von Werbegeldern für »kontroverse« YouTube‐Videos. Wobei kontrovers hier alles jenseits von Katzenvideos, Kosmetik‐Reviews und Pflegetipps für pinke Einhörner meint. Die meisten betroffenen Künstler waren nicht mal »politisch«. Nun, bis zu diesem Zeitpunkt zumindest…

Seit solcher Aktionen weiß eine erstaunlich große Anzahl von Menschen, was der sperrige Euphemismus »Demonetarisierung« bedeutet: Leuten, die einem nicht in den Kram passen, den Geldhahn zudrehen. Indem man sie dämonisiert, potentielle Geldgeber erpresst und sie so zum Entzug ihrer finanziellen Zuwendungen, ähm, ermutigt. Was das für die Betroffenen in einer Gesellschaft bedeutet, die sich nicht überwiegend von Mundraub ernährt, kann sich jeder vorstellen. Und das ist ja auch so beabsichtigt. Denunziationen beim Arbeitgeber fallen übrigens in die selbe Kategorie.

Zersetzung für Fortgeschrittene

Mit welch erbitterter Bosheit dieser Kampf gegen die Missliebigen geführt wird, wurde deutlich, als dann auch jene Plattformen ins Visier der selbsternannten Tugendwächter gerieten, die bestenfalls peripher überhaupt mit dem öffentlichen Wirken der zu Vernichtenden in Verbindung standen. Besonders negativ durch vorauseilenden Gehorsam, politische Befangenheit und/oder leichte Erpressbarkeit fielen hier die Unterstützer‐ bzw. Crowdfunding‐Seiten Patreon und Kickstarter auf, aber auch Zahlungsdienstleister wie PayPal und Stripe. Martin Sellner kann dieser Liste sicher problemlos ein knappes Dutzend Banken anfügen. [2]

Spulen wir ein wenig vor: 2018. Mit Hilfe des NetzDG wurde dem privaten Hass nun endlich das ersehnte rechtliche Werkzeug in die Hand gegeben, um selbst störrische Löschmuffel unter Androhung staatlicher Gewalt in fügsame Zensurorgane zu verwandeln. Und wer kann es ihnen verübeln. Gut, könnte man sagen, Facebook wäre in der Lage, täglich Millionen‐Bußgelder zu zahlen, ohne in den nächsten paar hundert Jahren betteln gehen zu müssen. Aber warum sollten sie? Als Qusai‐Monopolist müssen sie nicht auf Teufel komm raus Nutzer glücklich machen. Wollen sie auch gar nicht. Und wer hat schon Geld, Zeit und Nerven, juristisch dagegen vorzugehen (was übrigens sehr erfolgversprechend ist)?

Und so feiert die Löscheritis, wenig überraschend, fröhliche Urständ. Gerade in den letzten Tagen kam es zur gehäuften Sperrung von Seiten und Konten der Identitären Bewegung, der AfD und anderer Patrioten auf Facebook und Instagram (gehört zu Facebook). [3] Es geht dabei explizit nicht um konkrete Verstöße gegen die berüchtigten »Gemeinschaftsstandards« (oder gar geltendes Recht), sondern es wird, sofern überhaupt eine Begründung erfolgt, schwammig das »Verbreiten von Hassrede« angeführt. Was auch immer das bedeuten mag. Aber damit hört es nicht auf. Natürlich nicht.

Und bist Du nicht willig…

Nun sind zwar einige Anbieter de facto Monopolisten, und das mit erdrückender Marktmacht, aber längst nicht mehr ohne Konkurrenz. Freilich kommt die Sperrung auf Facebook im Augenblick noch einer medialen Hinrichtung gleich — die Betroffenen »verschwinden« einfach aus dem Blick der Öffentlichkeit. Für Ottonormalnutzer, also die Mehrheit, komplett. Aber es gibt eben auch zahlreiche Nutzer, die deren Inhalte von anderen Plattformen dann doch wieder teilen und verbreiten. Das lässt sich technisch nur schwer unterbinden. Und es führt letztlich zum finalen Schritt:

Wenn man die Oppositionellen also nicht zum Schweigen bringen kann, indem man ihnen »keine Bühne bietet«; wenn man sie weiterhin nicht zum Aufgeben nötigen kann, indem man sie aushungert; und wenn man sie auch nicht durch Mobbing, Gewalt oder Repressalien zermürbt bekommt (das haben auch schon etliche Aktivisten und Demonstranten am eigenen Leibe erfahren müssen), dann bleibt logischerweise nur eine Möglichkeit übrig: dann müssen sie physisch »eliminiert« werden. Weggesperrt, oder auch Schlimmeres. So wie im Fall Tommy Robinson. Der vermutlich inzwischen bekannteste politische Gefangene in einem westlichen Land. [4]

Ich bin Tommy

Jemanden so mir nichts, dir nichts unter absurden Umständen hinter Gittern verschwinden zu lassen und die freie Berichterstattung darüber komplett zu untersagen, das alles zudem noch in einem vermeintlich freien, modernen und offenen Land — also ganz ehrlich, Großbritannien, dahinter müsste sich kein sowjetischer Schauprozess verstecken! Die Nachrichtensperre wurde inzwischen aufgehoben; nicht zuletzt auf Druck der Mainstream‐Medien, die sich zurecht fragten, wie sie unter solchen Arbeitsbedingungen eigentlich hetzen sollen.

Das Ganze ist deutlich weniger lustig, als es klingt. Für Tommy bedeutet die Inhaftierung eine sehr reale und konkrete Lebensgefahr. Auch das wurde scheinbar nicht ungern billigend in Kauf genommen. Ich behaupte dennoch, dass er, zumindest für den Augenblick, einer der am besten behüteten Gefangenen ist. Sollte ihm in staatlicher Obhut irgendetwas zustoßen, dann dürfte verschüttetes Bier das geringste Problem der Downing Street Nummer 10 sein…

Grundsätzlich lässt sich festhalten: Wirklich zielführend war diese Idee bisher nicht. Der Streisand‐Effekt funktioniert äußerst zuverlässig. Keiner sollte wissen, was aus Tommy Robinson geworden ist und niemand sollte darüber reden. Jetzt weiß es die ganze Welt und alle reden drüber. Erstklassige Arbeit! Es sollte ein Exempel statuiert werden und das wurde es auch. Fragt sich nur, welches: Überall Demos, Proteste, Petitionen und irgendwie sind wir jetzt alle Tommy.

Fazit

Bei aller offensichtlichen Erfolglosigkeit der bisherigen Unterdrückungsbemühungen (man könnte auch sagen, dass diese uns stets nur stärker gemacht haben, auch wenn es mal kurzzeitig nervte), darf man dennoch nicht aus dem Blick verlieren: Nicht nur wir lernen aus unseren Fehlern und finden bessere Lösungen. Die (das Establishment, die Globalisten, die linksgrünen Spinner und das ganze Umfeld) tun es auch. Und sie haben längst erkannt, wie überlebenswichtig das Internet geworden ist. All die Zensurgesetze, Regulierungswünsche und letztlich die vollständige Kontrolle haben nur ein Ziel:

Der totalitäre Weltstaat kann keine Opposition gebrauchen. Sie wollen uns ausmerzen. Sie werden es auch tun, wenn sie können. Und keiner soll es sehen. Dabei werden sie sich allerdings noch ein bisschen mehr anstrengen müssen. Weil, ganz ehrlich, wenn das alles ist, was die drauf haben, dann ist es von Abenteuer‐Urlaub bisher kaum zu unterscheiden!

[1] http://www.achgut.com/artikel/dossier_denunzianten-gate
[2]
https://martin-sellner.at/2018/01/05/1542/
[3] https://www.tagesstimme.com/2018/05/31/facebook-und-instagram-loeschen-dutzende-patriotische-seiten/
[4] https://dunkeldeutschland.blog-net.ch/2018/05/26/free-tommy-robinson/

Sina Lorenz

Patriotische Libertäre mit Tendenz zu geistigen Amokläufen.
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