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Katastrophe mit Ansage: Migrationskrise 2.0

Foto: New York Times

Wer schon beim Gedanken an die Jahreszahl 2015 nervöse Zuckungen bekommt, sollte sich jetzt besser hinsetzen und ein paar Liter Baldriantee griffbereit halten. Es kommt bald noch viel, viel schlimmer. Millionen Afrikaner werden sich in Bewegung setzen und, infiltriert von Terroristen, Europa ins Chaos stürzen. Diese düstere Prophezeiung stammt nicht von mir oder irgendeinem esoterischen Wurstblatt, sondern von David Beasley, Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms der UNO.

»Ich sage den Europäern: Wenn ihr denkt, ihr hättet ein Problem mit der Migration gehabt, die aus dem Syrien‐Konflikt und der Destabilisierung eines Landes mit 20 Millionen Einwohnern resultierte, dann wartet mal ab, bis die Sahel‐Region (und angrenzenden Gebiete) mit 500 Millionen Menschen weiter destabilisiert wird. Und da müssen Europa und die internationale Gemeinschaft aufwachen«, zitiert ihn der britische GUARDIAN. [1]

IS‐Anführer fliehen, laut seiner Schilderung, nach der Zerstörung ihres »Kalifats« aus Syrien und verbünden sich mit anderen Terrororganisationen wie Al‐Qaida und Boko Haram, um in der Sahelzone durch Konflikte und Hunger eine gigantische Migrationswelle auszulösen, mit deren Hilfe sie nach Europa gelangen und es ins Chaos stürzen können: »Es wird das selbe Muster wie vor ein paar Jahren sein, außer dass diesmal mehr IS und andere extremistische Gruppen den Flüchtlingsstrom infiltrieren werden.«

Er weist in dem Artikel weiterhin auf den Zusammenhang zwischen unterlassener Hilfe für die Menschen vor Ort (resultierend in Hunger) und der daraus resultierenden Mobilisierbarkeit der Notleidenden durch Extremisten hin. Das ist so schwer zu verstehen nicht: Wenn wir es nicht tun, gibt ihnen jemand anders Nahrung, ideologische Hilfestellung und eine Wegbeschreibung nach Europa. Bereits die letzte »Flüchtlingskrise aus Syrien« wurde maßgeblich durch die kurzsichtige Kürzung der Hilfsmittel für die Kriegsflüchtlinge in der Region ausgelöst. Mit den bekannten Folgen.

Und was tut Europa? Ich würde jetzt gerne schreiben: »Nichts!« — aber das stimmt natürlich nicht. Europa, besser gesagt die EU, mischt weiter ganz vorne mit, wenn es um die Destabilisierung der Krisenherde im Nahen Osten und Afrika und die ausreichende Belieferung mit… nein, nicht Hilfsgütern, mit Kriegsgerät natürlich geht. Und im Gegenzug schenken uns diese Länder dann Menschen. Toll, oder? Damit die Geschenke auch wirklich ankommen, beschäftigt sich Brüssel vor allem mit so wichtigen Fragen wie: Was kann man tun, damit möglichst alle etwas davon haben? [2]

Sind wir darauf vorbereitet? Nein. Nicht mal ansatzweise. Osteuropa wird vielleicht eine Weile standhalten, falls es nicht vorher durch Sanktionen mürbe gemacht wird und sich rechtzeitig vom suizidalen Westen losreißen kann. Für »Kerneuropa« dagegen sieht es düster aus, also insbesondere Deutschland und Frankreich. Die dringend benötigte Festung Europa darf weder laut gedacht, geschweige denn realisiert werden. Stattdessen werden immer absurdere »Asylgründe« konstruiert, bis hin zum Wetter oder allgemeiner Langeweile.

Zugleich werden die dringend benötigten Gelder für tatsächlich notleidende Menschen und die Hilfe vor Ort in der denkbar ineffizientesten Art und Weise daheim für Flirtkurse und »Integration« verheizt (in Deutschland jährlich immerhin mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr, und da sind die Sozialleistungen und Folgekosten noch gar nicht inbegriffen). Würde ich die aktuelle Krise, von der kommenden ganz zu schweigen, nicht bewältigen wollen, würde ich es exakt so anstellen. Falls das die Idee dahinter ist: Glückwunsch, es funktioniert!

Ich weiß nicht, wann diese Welle kommt, aber sie kommt. Und sicher ist: Das wird Europas letzte »Flüchtlingskrise«. Danach gibt es das Europa, wie wir es kennen, nicht mehr. Die einzige und letzte Chance, diese Katastrophe zumindest abzumildern (es gibt definitiv »unschöne Bilder«, so oder so), ist JETZT SOFORT die Notbremse zu ziehen und eine komplette Kehrtwende der Politik einzuleiten. Grenzen zu, keine Konflikte anheizen, das Geld dort investieren, wo es maximalen Nutzen entfaltet. Im Grunde das Gegenteil von allem, was jetzt getan wird. Anderenfalls stehen morgen Millionen vor der Tür. Und sie werden nicht anklopfen.

[1] https://www.theguardian.com/world/2018/apr/26/isis-trying-to-foment-a-wave-of-migration-to-europe-says-un-official
[2] https://dunkeldeutschland.blog-net.ch/2018/01/13/millionen-fluechtlinge-bruessel-oeffnet-jetzt-alle-schleusentore/