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Dez 06 2017

Was lange schwelt, wird endlich Glut.

Der Oberstaatsanwalt entwarf in dem Vermerk auch ein Mordszenario […] Plausibel sei ein Zusammenhang mit zwei früheren Todesfällen um die Polizeistation Dessau, heißt es in dem Vermerk. 1997 war ein Mann nach einem Polizeigewahrsam an schweren inneren Verletzungen gestorben. 2002 kam in derselben Zelle wie später Jalloh ein Obdachloser ums Leben. […] Bittmanns Vermutung: […] Den Beamten sei klargeworden, „dass schwere Verletzungen oder gar das Versterben eines weiteren Häftlings neuerliche Untersuchungen auslösen würden“.

Und dann haben sie ihn angezündet. Okay. Nehmen wir das mal als Arbeitshypothese. Rein theoretisch: In meinem Gewahrsam kratzt unter mysteriösen Umständen einer ab. Und später noch einer. Und bevor der Dritte den Löffel abgibt, in der selben Zelle… lege ich ein Feuer. So ungefähr das Auffälligste, was überhaupt passieren kann. Ein Feuer. Das dazu führt, dass der Fall nach 13 Jahren immer noch untersucht wird. Entweder sind es die dümmsten Beamten auf diesem Planeten, oder, wahrscheinlicher — meine Vermutung: Im Kopf von unausgelasteten Staatsanwälten möchte man echt nicht stecken.

Quelle: http://www.focus.de/politik/deutschland/tod-des-asylbewerbers-oury-jalloh-leitender-oberstaatsanwalt-geht-von-vertuschungstat-durch-polizisten-aus_id_7948122.html