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Hoffentlich zeigt sie nicht wieder ein »freundliches Gesicht«…

Während Noch‐ oder Bald‐wieder‐Kanzlerin Merkel der frostigen Stimmung daheim im Rahmen ihrer ausverkaufenden Afrika‐Tournee entflieht und so lästigen Kleinkram wie Regierung bilden den Zurückgebliebenen überlässt, verplappert sich das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen und verrät erstaunlich offen die schöne Bescherung, die doch eigentlich eine böse Überraschung werden sollte: »UNHCR will Flüchtlinge aus libyschen Lagern nach Europa bringen« [1]

Von »Resettlement«, Umsiedlung, ist in diesem Zusammenhang mittlerweile recht unverblümt die Rede. Und es ist exakt das, wonach es klingt: Kein Asyl, kein temporärer Schutz, keine Vorbereitung auf eine Rückkehr in die Heimat — diese Leute sollen kommen, um zu bleiben. Sie werden, anstatt ihnen in ihrer Heimat oder heimatnah Schutz, Perspektive und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, resigniert einfach in entlegene, dünn besiedelte Gegenden umgetopft, die eh keiner mag. Beispielsweise nach Mitteleuropa. Also Deutschland.

20.000  sollen es sein, die laut UN‐Angaben in den von der libyschen Zentralregierung betriebenen Ausreiselagern festsitzen [2] (nur dort hat die UN aktuell überhaupt Einfluss auf die Situation) und derzeit für Ramschpreise über die Ladentheke gehen. So ganz klar ist mir zwar nicht, wer 400 Dollar [3] für einen Sklaven bezahlt, den er sich außerhalb dieser Lager auch gratis einfangen könnte; und wozu überhaupt, aber gut… Lassen wir mal die Logik für einen Moment beiseite: Diese Leute sind letztlich nicht zum Arbeiten aufgebrochen und sollten damit nicht belästigt werden!

Eine geschätzte Million weiterer Ausreisewilliger sitzt übrigens noch auf gepackten Koffern. Nur in Libyen. [4] Sollte die »Prüfung der Schutzgründe« positiv ausfallen, und, keine Sorge, das wird sie, nebst anschließendem Gratisflug ins gelobte Land, dann wird diese eine Million sich schneller vervielfachen, als eine handelsübliche Kanzlerin »humanitäre Katastrophe« fehlerfrei buchstabieren kann. Wer jetzt also in einem Anflug von Weihnachtsmilde denkt »ja gut, nehmen wir halt die 20.000, dann ist aber gut« (nicht, dass das hier einer tun würde), sollte schon mal ein oder zwei zusätzliche Planeten im Hobbykeller bereithalten.

Kurzum, wie es »Pro Asyl«-Vorstand Günter Burkhardt in irgendeinem dieser wirren, unten verlinkten Artikel formuliert hat: »Es gehe Ländern wie Deutschland und Frankreich bei den Plänen einzig und allein darum, Europa abzuschotten. Dass dies die Abschaffung des Asylrechts in Europa bedeute, sei ihnen egal.« — Super Idee! Genau das wollte ich gerade vorschlagen. Die Abschaffung eines Asylrechts, das ursprünglich mal eine gute Idee war, inzwischen aber als Vorwand für alle möglichen Umzugsgründe von Krieg über Langeweile bis zu schlechtem Wetter missbraucht wird. Dagegen sollte sich Europa abschotten. Und es sollte ihm »egal« sein, wenn es überleben will.

Darauf zu vertrauen, dass sich die afrikanische Familienplanung signifikant ändert, solange es sich rentiert, aus dem üppigen Wurf mit zumindest einem Nachkömmling irgendwie den Fuß in die europäische Tür zu bekommen, halte ich für einen ziemlich optimistischen Plan. Wenn das so funktioniert, wenn die vergangenen Jahrzehnte »Entwicklungshilfe« derartig erfolgreich waren, dann erkläre mir bitte mal jemand, warum sich zwischen heute und 2050 die Bevölkerung Afrikas mehr als verdoppeln wird (auf über zwei Milliarden Menschen).

Ob das hartherzig klingt oder nicht, ist mir inzwischen egal. Es geht nicht. Wir senden die völlig falschen Signale. Das ist auch nicht dadurch zu rechtfertigen, dass wir etliche der Probleme dieses Kontinents durch die Kolonialpolitik mit verursacht haben. Afrika wird es nicht besser gehen, selbst wenn eine Milliarde Afrikaner nach Europa »resettelt« (oder gerne auch China, der aktuellen »Kolonialmacht« des schwarzen Kontinents). Realistisch und fair müsste die Antwort also lauten: »Nein. Tut uns leid, aber nein. Vergesst es. Tür zu. Pech gehabt. Versucht es gar nicht erst, hat eh keinen Zweck.«

Der menschliche Anstand gebietet es natürlich auch zu helfen, wenn Hilfe möglich ist. Es muss aber eine nachhaltige Hilfe sein. Wir können nicht für die nächsten Jahrhunderte aus Mitleid den Bevölkerungsüberschuss eines Kontinents umverteilen, der (trotz eines irrwitzigen Ressourcen‐Reichtums) offensichtlich nicht selbständig lebensfähig ist. So funktioniert das einfach nicht. Wer sich bei dieser Art »Hilfe« gut fühlt, muss sich dann auch darüber klar sein, dass er das Problem weiter verschleppt, verschlimmert und Generationen von Menschen in Abhängigkeit hält, bis am Ende alle Hilfe brauchen. Leider ist dann keiner mehr da, der sich darum kümmern könnte.

Also der gesunde Menschenverstand sagt: »Stopp mal, kurz nachdenken!«

Mein Befürchtung ist allerdings, dass der Kanzlerin beim Schunkeln im Urwald wieder die Selfie‐Kamera etwas zu locker sitzt…

[1] http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017–12/eu-afrika-gipfel-evakuierung-fluechtlinge-lager-libyen-reaktionen
[2] http://www.deutschlandfunk.de/libyen-unhcr-will-schutzgruende-fuer-fluechtlinge-pruefen.1939.de.html?drn:news_id=821862
[3] http://www.sueddeutsche.de/politik/afrika-ein-sklave-fuer-dollar-1.3772216
[4] https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ausland/eu-afrika-libyen-migranten-rueckfuehrung-100.html