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Sep 13 2017

Dreierpack: Wahlen in Absurdistan

Den Spitzenkräften der FDP mangelt es kurz vor der Bundestagswahl einer neuen Forsa-Umfrage zufolge an Bekanntheit. Rund die Hälfte der Befragten konnte ohne Namensvorgabe spontan keinen einzigen FDP-Politiker nennen, teilte das Magazin «Stern» mit. Grund sei, dass die Partei in der vergangenen Legislaturperiode nicht im Bundestag vertreten war. Deshalb sähen es ebenfalls knapp die Hälfte der Befragten gern, wenn die FDP nach der Wahl wieder ins Parlament einziehen würde.

Ich hoffe ja inständig, dass es nicht die selbe Hälfte der Befragten war, die „deshalb“ gern die FDP im Bundestag sähe. Einfach mal auf gut Glück wählen, um danach im Parlament ein paar neue Leute kennenzulernen, wäre in der Tat ein besorgniserregendes demokratisches Konzept… Übrigens, wie schaut es eigentlich mit dem Bekanntenheitsgrad von AfD-Politikern aus? Diese Partei war noch nie im Bundestag vertreten. Ich fürchte fast, dass die Antwort darauf für die FDP so peinlich ausfällt, dass Forsa gar nicht erst danach gefragt hat.

Quelle: http://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/fdp-spitzenpersonal-kaum-bekannt-15196350.html

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlägt trotz der Gefahr von Hackerangriffen die Abschaffung der Stimmzettel auf Papier vor. Stattdessen soll auf elektronischem Wege abgestimmt werden. Behördenchef Arne Schönbohm sagte dem „Handelsblatt“: „Wenn wir das Thema Digitalisierung ernst nehmen, dann dürfen wir dabei nicht einzelne Bereiche ausblenden. Die elektronische Wahl sollte Thema in der nächsten Legislaturperiode sein.“ Natürlich müsse die Sicherheit dabei im Vordergrund stehen.

Natürlich. Und die Vorteile liegen auf der Hand: Wer schon mal versucht hat, einen Wahlbeobachter in einem Computer unterzubringen, ahnt, dass damit dieser lästige Störfaktor im Hintergrund eleminiert werden kann. Fällt das Ergebnis nicht wie gewünscht aus, erscheint zudem die Erklärung „russische Hacker“ deutlich plausibler. Aber das ist eigentlich alles zu umständlich: Warum stimmen wir nicht einfach die Frage „Wer dafür ist, dass Angie noch mal vier Jahre dranhängt, hebt jetzt die Hand“ ab? Da können dann auch unbürokratisch alle mitmachen, die grad hier leben.

Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland/wahl-2017–kuenstler-und-autoren-rufen-zur-wahl-von-schulz-auf–7428928.html

Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel ließ an ihrem Schweizer Wohnsitz in Biel eine Asylbewerberin aus Syrien schwarz für sich arbeiten. […] Im Jahr 2015 arbeitete eine Studentin der Islamwissenschaften als Haushaltshilfe für Weidel, danach gab diese den Job an die Frau aus Syrien weiter. […] Wie die ZEIT aus dem privaten Umfeld Weidels erfuhr, bezahlte die AfD-Spitzenkandidatin den Frauen das Gehalt bar auf die Hand – 25 Franken pro Stunde, was für Schweizer Verhältnisse üblich ist. Es gab demnach weder einen schriftlichen Anstellungsvertrag noch wurden die Frauen um Rechnungsstellung gebeten.

Okay, das ist mal halbwegs originell. Aus welchem Jahr stammte eigentlich ihre vermeintliche „Reichsbürger-eMail“? 2013? Interessant an diesen absurden Anschuldigungen ist vor allem, dass da Menschen „aus dem privaten Umfeld“ offenbar jahrelang solche Informationen zurückhalten, nur für den Fall, dass Frau Weidel mal versehentlich in den Bundestag will. Wie viele Verbrechen werden wohl nie „aufgeklärt“, nur weil die Schuldigen für nichts kandidieren? Meine Prognose, was als Nächstes kommt: Es meldet sich ein schwarzer Schwarzarbeiter, der als Sklave 2008 in ihrem Keller eine Hanfplantage unter Peitschenhieben betreuen musste. Und zwar gratis…

Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-09/afd-alice-weidel-asylbewerberin-schwarzarbeit