Nachdenken über Europa

Dänemark zeigt dem UN‐Flüchtlingshilfswerk die rote Karte, Österreich hat inzwischen eine migrationskritische Mitte‐Rechts‐Regierung, der tschechische »Migrations‐Hardliner« Milos Zeman wurde als Präsident wiedergewählt, die Visegrád‐Staaten sind mit ihrer spontanen Neubesiedlung immer noch nicht einverstanden und das multikulturell beglückte Schweden erwägt (nicht als erstes Land) den Einsatz von Militär im Inneren, um »die Zustände« noch irgendwie unter Kontrolle zu bekommen. Europa ist zweifellos in Bewegung geraten, nicht erst seit dem BrExit. Eine gute Gelegenheit für einen Blick zurück und einen Blick voraus.

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Ups, oder: Wenn der Schuss nach vorne losgeht.

In Zeiten, in denen die täglichen Meldungen vom »psychisch labilen Einzeltäter«, der leider mal wieder allein (oder in seiner psychisch labilen Einzelgruppe) ein unschuldiges Opfer auf haarsträubende Art und Weise zur Strecke gebracht hat, schon deprimierende Nachrichten‐Routine geworden sind, ist es regelrecht wohltuend, wenn so jemand mal an den Falschen gerät. Diesen Text habe ich etwa Anfang 2017 geschrieben, aber der dort festgestellte Mangel ist gravierender denn zuvor: Deutschland hat eindeutig zu wenige Jäger!

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Leipzig (wo sonst): Wer hat auf die Steine geniest?

Immer, wenn mir nichts Gescheites einfällt, schaue ich mal bei der Leipziger Volkszeitung vorbei. Pardon, dem »Printerzeugnis für alle Leipziger_innen, die hier leben«. Das ist zwar für die geistige Gesundheit nicht zuträglich, funktioniert aber recht zuverlässig. Diese Mischung aus grotesker Ausgangslage, nicht gestellten Fragen und falschen Antworten darauf könnte ich mir unmöglich ausdenken.

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Irgendwer hat Schuld: Die Folgekosten einer Weltreise.

Es muss raus. Ich besitze einen Migrationshintergrund. Meine Vorfahren sind aus Afrika über den nahen Osten und viele andere Umwege massenhaft direkt nach Europa eingewandert und das Beste, was der zahlenmäßig unterlegenen, indigenen Bevölkerung dabei widerfahren ist, war noch die gelegentliche Assimilation durch außerehelichen Geschlechtsverkehr. Auch wenn bösartige Zeitgenossen behaupten, dass sich durchaus noch einige Restexemplare der ursprünglichen Anwohner in genetischer Reinform bis heute erhalten und sogar Regierungsverantwortung übernommen haben, bleibt im Wesentlichen festzuhalten: Mir doch egal, jetzt sind sie halt weg!

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Wer suchet, der findet: Rassismus!

»Es gibt Orte in Deutschland, um die Schwarze einen großen Bogen machen«, beginnt ein Artikel in der WELT [1], dessen Genuss ich schon nach dem ersten Bissen bereue. Das wird nach hinten losgehen, wie so oft. Es gibt übrigens auch Orte in Deutschland, um die Weiße einen großen Bogen machen.

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»Synergie!« Oder: Naturschutz statt Zäune.

»Synergie!« Oder: Naturschutz statt Zäune.
Unorthodox einreisende äh... Syrer? Foto: eldiario.es

Wer die Bilder aus Ceuta sieht [1], empfindet, unabhängig von der politischen Ausrichtung, in jedem Fall Unbehagen. Für die einen steht dort zuviel Grenze, die all jene schwarzafrikanischen Iraker und Syrer an der Betretung des gelobten Abendlandes hindert — die anderen fragen sich etwas irritiert, wieso da bei all dem Aufwand immer noch so viele Wirtschaftsflüchtlinge scheinbar mühelos über den Zaun hüpfen können. Und, das eint wohl alle, es sind keine schönen Bilder. Menschliches Elend und persönliche Schicksale sind damit verbunden. Sowas verhagelt einem definitiv das Abendessen.

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