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Komische Leut’ in Mödlareuth

Grenzlandmuseum Mödlareuth. Foto: Wikipedia

Wer schon immer mal wissen wollte, wie die AfD den Volksaufstand in der DDR 1953 brutal niedergeschlagen hat, wer die Mauer tatsächlich zu Fall brachte, und sich auch von weiteren Fakten aus einem fiktiven Paralleluniversum nicht abschrecken lässt, wird gleich viel Freude haben. WARNUNG: Für Menschen mit Blutdruck ungeeignet!

Mödlawas?

Wenn am 17. Juni, dem Jubiläum des Volksaufstandes von 1953 und vormaligem Tag der Deutschen Einheit, im ganzen Land Patrioten auf die Straße gehen, gibt es dafür kaum einen symbolträchtigeren Ort als das weitgehend unbekannte 40-Seelen-Dorf Mödlareuth. Es ist sozusagen ein Bonsaiberlin: 41 Jahre lang durch die innerdeutsche Todesgrenze zerschnitten — und noch heute durch seine Zugehörigkeit zu zwei Bundesländern (Bayern und Thüringen) symbolisch geteilt. [1]

Propaganda aus Franken

Dass nun ausgerechnet dort Bürger im Gedenken an vergangenes und im Kampf gegen aktuelles Unrecht protestieren, scheint einigen Menschen besonders unangenehm aufzustoßen. Und so haben sie ein »breites Bündnis« aus Ewiggestrigen und Unbelehrbaren auf die Beine gestellt, um in einer Art makabrem Reenactment diesen historischen Tag auf ihre Weise zu feiern. Durch die Niederschlagung eines modernen »Volksaufstandes« mit zeitgenössischen Mitteln. Russische Panzer verursachen ohnehin zu viel Feinstaub.

Begleitet wird dieses würdelose Schauspiel, wenig überraschend, durch das mediale Sperrfeuer einer drittklassigen Provinzpostille, die den meisten Menschen ungefähr so geläufig sein dürfte wie Mödlareuth: Die »Frankenpost«. Mit einer Artikelserie, die von Hetze auf den ersten, zweiten und dritten Blick kaum zu unterscheiden ist, schießt sie sich seit Tagen auf das große Ereignis ein. [2][3][4] Dazu kommen wir gleich noch. Es drängt sich dabei unwillkürlich der bedrückende Verdacht auf, dass dieses nach vorne Stürmen, um auf Kosten anderer etwas Aufmerksamkeit einzustreichen, ebenfalls im Sinne einer (spezifisch fränkischen) Traditionspflege verstanden werden möchte.

»Bunt« ist das neue Braun

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Mit einem selbstironischen Banner »Hof ist bunt — nicht braun!« posieren das Hofer Bündnis für Zivilcourage (!) und seine Mitstreiter, die da laut Beschreibung »von links« (sic!) wären: »Eiba-Jugendbildungsreferent Christian Schlademann, DGB-Regionssekretär Petr Arnican, Manfred Möckel vom DGB-Ortskartell (LOL!) Schwarzenbach an der Saale, Steve Richter, Kreissprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Saale-Orla-Kreis, und Nanne Wienands, stellvertretende Vorsitzende der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg«.

Die restliche Liste der Redner, Unterstützer und Bundesgenossen liest sich im Übrigen auch wie das Who is Who dieses unangenehmen Bodensatzes, der unser Land im Würgegriff hält: Ulrike Gote (Grüne), Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags, Olaf Müller (Grüne), Staatssekretär im Thüringer Umweltministerium, die Bundestagsabgeordnete Martina Renner (Linke), der Landtagsabgeordnete Klaus Adelt (SPD), Andreas Hartmann (Die Partei), plus, jetzt heißt es tapfer sein, die »Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten«. Kein Witz!

Wir erinnern uns. Zivilcourage, die: »Der Mut, für seine Meinung auch Nachteile in Kauf zu nehmen«. Welche Nachteile soll denn diese mutige Meinung nach sich ziehen — von einer Einladung zum Tee beim Bundespräsidenten mal abgesehen? Da steht quasi eine repräsentative Auswahl der kulturmarxistischen Meinungselite, das lokale Stelldichein der politischen Deutungshoheit und Macht, tapfer vereint im Kampf gegen die von ihnen (für sie selbst komplett folgenlos) Diffamierten und Verfolgten. Kann man sich unmöglich ausdenken! Auch das hat, wenn man darüber sinniert, ein spezifisch fränkisches Geschmäckle.

Auf dem Geschichtsbuch ausgerutscht

Aber das alles ist natürlich für einen guten Zweck: Gegen die wahlweise »rechtsradikale AfD« bzw. die »AfD und andere extreme Rechte«. So ganz einig ist man sich da offenbar noch nicht. Immerhin herrscht Einigkeit darüber, wofür man da vorgeblich eintritt: Beispielsweise für »Menschenrechte und demokratische Grundwerte«. Richtig gelesen. Am besten noch mal mit der obigen Liste der Protagonisten abgleichen und einwirken lassen. Die AfD wolle diesen historischen Tag (in endlosen Abwandlungen des selben Unfugs formuliert) »politisch instrumentalisieren« — was man natürlich verhindern müsse.

Und so schrecken Honeckers Erben von der SED, pardon PDS, also der LINKEn, sympathisierende »Antifaschisten« und andere totalitäre Spinner auch nicht davor zurück, bei einer gemeinsamen Aktion namens »Break the Wall« einen symbolischen antifaschistischen Schutzwall (so hieß die Mauer bei denen, die sie einst erbauten) aus Pappe aufzustellen, um sie dann »als Zeichen des Mauerfalls« selbst wieder einzureißen. Ich habe das vermutlich schon drei Mal geschrieben, aber: Kann man sich unmöglich ausdenken!

Und, darauf wäre vermutlich auch keiner von selbst gekommen: Nanne Wienands »erinnerte an die verwerflichen Ziele der AfD, die diesen ›völkischen Gedanken, der für das Unrecht vor 65 Jahren verantwortlich ist, für ihre Ziele nutzt‹. Wienands warnte vor der Hetze der AfD: ›Was die hier machen, ist bodenlos. Es geht um einen schäbigen Missbrauch der Geschichte‹.«

Moment mal

Ja, das hat sie wirklich gesagt. Die AfD ist sozusagen mit ihrem »völkischen Gedanken« dafür verantwortlich, dass die Kommunisten in der DDR vor 65 Jahren… Ach, egal, fragen wir mal Wikipedia: »Dieser erste antistalinistische Aufstand hatte zahlreiche Ursachen, darunter der beschleunigte Aufbau des Sozialismus in der DDR, die damit verbundene Ignoranz der DDR-Führung gegenüber den Bedürfnissen der Arbeiterklasse einschließlich ihres Beschlusses, die Arbeitsnormen zu erhöhen, sowie weitere Fehler der SED.« [5]

Und jetzt besitzen dieser widerliche Abschaum und seine Nachgeburt allen Ernstes die Frechheit, auch noch auf die Gräber jener Toten zu pissen, die von den roten Panzern plattgewalzt wurden. Ganz großes Kino! Ich schätze, ihr wisst schon, was ihr am Sonntag vorhabt…

https://www.facebook.com/events/2064488713806371/

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6dlareuth
[2] https://www.frankenpost.de/region/hof/Bjoern-Hoecke-in-Moedlareuth-Breite-Front-gegen-AfD-Demo;art83415,6175045
[3] https://www.frankenpost.de/region/hof/Sicherheit-steht-bei-Grossdemo-im-Fokus;art83415,6177461
[4] https://www.frankenpost.de/region/hof/Buendnis-zeigt-Flagge-gegen-AfD-Demo;art83415,6179089
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Aufstand_vom_17._Juni_1953