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Wenn der NafrI 20-mal klingelt

Leipzig! O, Du permanente Gewitterwolke der Unvernunft, die Du den strahlend blauen sächsischen Himmel besudelst. Ich glaube, ich habe Dich in letzter Zeit etwas vernachlässigt. Das geht natürlich nicht. Zumal es neben jeder Menge Einfalt auch immer mehr Vielfalt gibt. Beispielsweise in Form von zusätzlichen Kriminalitätsschwerpunkten. Da steht der Service-Gedanke offenbar im Vordergrund: Kurze Wege für Täter, Opfer und Konsumenten. Schauen wir uns das mal aus der Nähe an.

»Im Leipziger Osten ist nach Erkenntnissen der Polizei ein neuer Kriminalitätsbrennpunkt entstanden. Vor allem im vorderen Bereich der Zweinaundorfer Straße haben sich die Fallzahlen bei Diebstahl, Raub, Körperverletzung und Drogendelikten 2017 gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt, berichtet Behördensprecher Andreas Loepki auf Anfrage der LVZ.« [1]

Diebstahl? Also das geht nicht. Laut der jüngst veröffentlichten Kriminalitätsstatistik sollten zumindest diese Delikte deutlich rückläufig sein. Vorstellbar, dass jene Zielsetzung den Tätern gar nicht bekannt, schlichtweg egal bzw. nicht in ihre Muttersprache übersetzt worden war. Peinlich, peinlich. Und warum breiten sie sich räumlich aus?

»Ein mutmaßlicher Grund dafür: Die bekannten Dealer-Treffs in der Eisenbahnstraße und im Umfeld des Hauptbahnhofs sind mittlerweile derart überfüllt, dass Kriminelle ihre Geschäfte auf andere Stadtgebiete ausdehnen – und sich somit auch dort Rauschgift- und Beschaffungskriminalität massiv ausbreiten.«

Richtig gelesen. Die haben sich an ihren bisherigen Standorten derart irrwitzig vermehrt (aus unerfindlichen Gründen, die nichts mit nichts zu tun haben), dass sie sich dort bereits gegenseitig auf die Zehen treten. Leider handelt es sich bei den wenigsten Tätern um Nutrias, weshalb man dagegen schlichtweg nichts unternehmen kann. [2] Anderenfalls würde man auf jeden Fall gute Bekannte treffen:

»Zumal es personelle Überschneidungen gibt: So seien einzelne Tatverdächtige, die jetzt in der Zweinaundorfer Straße aktiv sind, bereits an Straftaten an Hauptbahnhof und Eisenbahnstraße beteiligt gewesen.«

Seltsam, he? Da fragt sich der normalsterbliche Bürger — nicht ganz zu Unrecht und nicht zum letzten Mal in diesem Bericht — wieso die überhaupt noch in freier Wildbahn unterwegs sind. Und da sind wir noch gar nicht an dem Punkt angelangt, uns die Täter mal genauer anzuschauen. Keine Sorge, das kommt noch.

»Allein auf dem gut 200 Meter langen Abschnitt zwischen Täubchenweg und Ungerstraße ereigneten sich nach Angaben der Polizei im zweiten Halbjahr 2017 insgesamt 81 Straftaten, darunter 23 Körperverletzungsdelikte und 21 Diebstahl- und Raubstraftaten.«

Nur auf diesem kurzen Teilabschnitt einer einzigen Straße wohlgemerkt, und nur im zweiten Halbjahr. »Mittendrin«, erfahren wir weiter, »an der Kreuzung zur Cichoriusstraße, befindet sich eine Shisha-Bar, die die Ermittler besonders im Blick haben.« Wie unangenehm. Ausgerecht eine Shisha-Bar! Wie sieht denn das jetzt aus. Treffen sich in dieser Shisha-Bar wenigstens regelmäßig irgendwelche Neonazis?

»Wie auch an der Drogen-Meile am Schwanenteich wird die kriminelle Szene in der Zweinaundorfer Straße von Nordafrikanern dominiert. Unter den 37 bislang ermittelten Tatverdächtigen waren sieben Deutsche, überwiegend jedoch Tunesier, Algerier und Libyer, vereinzelt auch Rumänen, Aserbaidschaner, Türken, Iraker, Libanesen, Ukrainer und Syrer.«

81 % nicht-deutsche Tatverdächtige? Eieiei. Und dabei sind die ja bekanntermaßen nicht krimineller als die hiesigen Ureinwohner. Natürlich besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich unter den ca. 55 % bisher nicht ermittelten Tätern (nur aus dem zweiten Halbjahr 2017) ausnahmslos Deutsche befinden. Ausschließen kann man das nicht. Oder wenigstens emotionale aufgewühlte Kanadier:

»Am 13. Januar dieses Jahres rannte ein bislang unbekannter Tatverdächtiger im unmittelbaren Umfeld der Bar einem Mann mit einer Axt in der Hand hinterher und versuchte ihn damit zu schlagen. Dann warf er die Axt nach dem Opfer, verfehlte es aber knapp.«

Wie schweißtreibend das ist, kann sich jeder vorstellen. Kein Wunder daher, dass die oben erwähnte Bar ein beliebter Anlaufpunkt für Waldarbeiter aller Art wurde. »Es spricht mindestens für einen als sicher empfundenen Rückzugsort der Tatverdächtigen«, erklärt Loepki. Dass dem Herrn Loepki wieder einmal der Schelm im Nacken sitzt (und das meine ich mit dem höchsten Respekt und voller Bewunderung), beweist er auch sogleich:

»Dies ist ohne eine ihnen geltende Willkommenskultur seitens der Bar kaum denkbar.« Und wie es sich für eine ordentliche Willkommenskultur gehört, wird da nicht nur doof rumgestanden und geklatscht, es wird tüchtig mit angepackt. Hat die LVZ herausgefunden. »Nicht nur das: Die Ermittler nehmen an, dass die Täter nach ihren Aktionen aktiv durch den in der Shisha-Bar tätigen Personenkreis unterstützt werden.« Man beschränkt sich dabei offensichtlich auch nicht nur auf das Werfen von Teddybären.

»Auch wenn bisherige Komplexkontrollen in der Eisenbahnstraße, am Hauptbahnhof und in der Stuttgarter Allee in Grünau nach Angaben der Polizei keinen nachhaltigen Effekt zeigten: Im Bereich der Zweinaundorfer Straße sowie in den in der Nähe liegenden Parkanlagen an Lilien-, Koehler-, Dresdner Straße und Breite Straße, wo sich ebenfalls Dealer breitmachen, soll die Szene zunächst mit intensiveren Razzien unter Druck gesetzt werden.«

Nur, falls sich jetzt jemand gedankenversunken am Kopf kratzt und irgendwie dumm vorkommt: Ja, das steht da tatsächlich. Das bisher wirkungslose Konzept wird jetzt auch auf die neuen Kriminalitätsschwerpunkte ausgeweitet. Diese Strategie orientiert sich offenbar frei nach Paul Watzlawick am nachweislich sinnlosen Konzept »mehr desselben«. Das vorhersehbare Ergebnis wird die Kriminalitätsstatistik 2018 auf jeden Fall bereichern. Aber keine Sorge:

»Zudem stehe der für den Stadtteil zuständige Bürgerpolizist des Reviers Südost mit Gewerbetreibenden im Umfeld der Zweinaundorfer Straße in Kontakt.«

Es ist sicher nicht zu viel verlangt, davon auszugehen, dass sich der zuständige Bürgerpolizist im Fall der Fälle dann auch todesmutig in die Flugbahn einer herannahenden Axt wirft. Zumindest würde mich dieser beruhigende Gedanke als Gewerbetreibender von den Vorzügen des Standortes restlos überzeugen. Das letzte Polizeirevier im Stadtteil wurde übrigens vor einigen Jahren geschlossen.

Auch wenn es vielleicht nicht danach klingt: Ich nehme die Polizei hier ausdrücklich von der Kritik aus. (Ausgenommen von dieser Ausnahme ist natürlich die Polizeiführung in Gestalt des Genossen Merbitz!) Angesichts einer schwachsinnigen Politik, in Kombination mit einer überforderten und zum Kuscheln tendierenden Justiz, stehen die Beamten sprichwörtlich auf verlorenem Posten. Kein Wahlkampfgepolter und kein aktionistisches Polizeigesetz werden daran das Geringste ändern. Schafft ausländische Straftäter endlich hinaus und lasst keine neuen hinein, verdammt!

[1] http://www.lvz.de/Leipzig/Polizeiticker/Polizeiticker-Leipzig/Drogen-Raub-Gewalt-Neuer-Brennpunkt-im-Leipziger-Osten
[2] https://dunkeldeutschland.blog-net.ch/2017/11/05/kein-nager-ist-illegal-der-nutria-managementplan/