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Zynisch: Der Mörder, der eben zufällig zu uns kam

Wer kennt sie nicht, diese Berichte, deren Lektüre einem das Messer in der Tasche aufgehen lassen (darf man das noch so formulieren?). Hier ist wieder mal so einer — Produkt einer »Journalistin«, die seit 2015 den Schuss nicht gehört hat (auch das ist nur so eine Redensart). Wie weit sie damit von der Realität entfernt ist, kann sich jeder bei Bedarf selbst ausrechnen.

Ich hatte gestern schon überlegt, auf den Kommentar der Frankfurter Rundschau zu reagieren, der frohlockend berichtet, dass die Eltern der ermordeten Maria Ladenburger nun eine Stiftung gründen, welche bei der »Integration von Zugewanderten an der Universität« helfen soll. [1] Als hätte der junge Mann Probleme mit seiner Doktorarbeit gehabt!

Die Hetze in dem Artikel war aber so platt und dümmlich, dass ich nicht böse war, als mich zwei‐drei wichtigere Angelegenheiten (eine davon bestand aus apathisch die Tapete anstarren) von diesem Anliegen abhielten. Heute habe ich Zeit. Das fällt leider N‐TV auf die Füße. Pech gehabt, aber es ist wohlverdient:

»Ein junger Mann vergewaltigt und tötet eine Studentin und wird dafür verurteilt. Der Mann kam als Flüchtling nach Deutschland. Zwischen dieser Tatsache und der Tat sollte man keinen zu einfachen Zusammenhang herstellen.« [2]

Warum nicht? Weil dann das Offensichtliche ausgesprochen würde, das sich auch trotz (oder gerade wegen) der daumendick aufgetragenen Beschwichtungsbemühungen als Erkenntnis den gesamten Artikel über aufdrängt? Oder weil der »zu« einfache (und »zu»treffende) Zusammenhang mit den täglichen Leistungen der zugewanderten Fachkräfte aus dem fleischverarbeitenden Gewerbe »zu« naheliegend ist?

»Blah blah blah blah […] Damals gab es laute Stimmen, Deutschlands liberale Flüchtlingspolitik habe dieses Verbrechen überhaupt erst ermöglicht. Nun wurde Hussein K. zur Höchststrafe verurteilt. Nicht der Flüchtling Hussein K., sondern ein brutaler Täter. Jede andere Interpretation ist Rassismus.«

Nö. Einfach Nö. Schon klar, alles was Linksextreme in ihrem geistigen »safe space« in Wallung bringt, läuft heutzutage unter der Rubrik »Rassismus«. Ist wohl das neue »unerträglich«. Aber hier wird es nun endgültig lächerlich: Die deutsche Flüchtlingspolitik ist nun wirklich keine Rasse. Ernsthaft.

»In der Beweisaufnahme setzte Berger darauf, eine Strafe für den Angeklagten zu erreichen, die diesen schweren Straftaten angemessen ist. Daran änderten auch Demonstrationen der AfD‐Jugend vor dem Gericht nichts.«

Was will uns dieser Satz sagen? Schwingt da Bedauern mit? Hätte der Staatsanwalt lieber ein Auge zudrücken sollen, um damit der AfD eins auszuwischen? Ehrlich gesagt fällt mir keine andere Deutungsmöglichkeit ein.

»Stück für Stück wurde nachgewiesen, dass Hussein K. in jener Nacht mit dem festen Ziel unterwegs war, eine Frau zu vergewaltigen und dass er deutlich älter ist, als er es angegeben hatte — mindestens 22 Jahre.«

Das wird später noch wichtig.

»Die Wurzel seines rechtswidrigen Handelns seien nicht sein Alkohol‐ und Drogenkonsum, nicht sein Herkunftsraum und auch nicht seine Religion. ›Was seine Gefährlichkeit ausmacht, ist seine Persönlichkeit.‹ K. ist ein Mensch mit besonders schlechten Charaktereigenschaften.«

Und das auch. Ebenso wie das:

»Bereits in Griechenland hat er beinahe eine Frau getötet. Er wurde für die Tat verurteilt, kam aber schon nach wenigen Monaten im Oktober 2015 durch eine Amnestie wieder frei. Als K. im Februar 2016 ohne Pass nach Deutschland einreiste, blieb diese Tatsache unbemerkt.«

Das wirft natürlich jede Menge Fragen auf. Wie kann es sein, dass ein Mörder nach wenigen Monaten durch eine Amnestie in Freiheit gelangte? Wie kann es sein, dass er danach unbehelligt mehrere Länder durchquerte und nach Deutschland kam? Wie kann es sein, dass ein Nicht‐EU‐Ausländer überhaupt ohne Pass nach Deutschland einreiste und das (leider nur für ihn) völlig folgenlos blieb? All das sind berechtigte Fragen, die sich weder um »Rasse« oder »Religion« drehen, aber dringend einer Antwort bedürfen. Und was fällt der Autorin dazu ein?

»Tätertypen wie Hussein K. werden seit Ende des 19. Jahrhunderts beschrieben. An ihren Persönlichkeitsmerkmalen hat sich seitdem kaum etwas geändert. Es sind junge Männer mit gravierenden sozialen Defiziten, die oft aus schwierigen Familien stammen und schon früh auffällig werden. So wie Hussein K., der eben zufällig als Flüchtling nach Deutschland kam.«

Ernsthaft. Also ich ignoriere mal diesen »Schwere Kindheit«-Quatsch. Hussein K. jedenfalls kam weder zufällig als »Flüchtling«, noch eben zufällig nach Deutschland. Er kam ganz bewusst nach Deutschland, weil er wusste, dass er hier die meisten Sozialleistungen abgreifen kann. Weil er wusste, dass weder seine Herkunft (und damit Bedürftigkeit), seine Vorgeschichte, noch sein Alter überprüft würden. Das ist absolut nachvollziehbar. Schuld (zumindest daran) ist ausnahmsweise nicht er, sondern die Vorsitzende der deutschen Asylindustrie, Angela Merkel.

Das ist jetzt eigentlich nicht so furchtbar schwer zu verstehen: Ja, es gab hier früher auch schon sadistische Mörder. Nicht in dieser Menge, aber gut. Der da jedenfalls hätte nicht hier sein dürfen. Ganz besonders nicht der da. Seine durch die »Hat alles nix mit nix zu tun«-Fraktion erleichterte Anwesenheit hat ein Menschenleben gekostet. Die junge Frau könnte noch leben. Tut sie aber nicht. Weil er eben zufällig nach Deutschland kam. Und dann war er halt da. Tja.

»Marias Familie hat sich auf eine Debatte über den Flüchtlingsstatus des Täters niemals eingelassen. Sie ließ sich im Prozess als Nebenklägerin vertreten und schloss sich der Strafforderung der Staatsanwaltschaft an. Interviews gab kein Familienmitglied.«

Nun, das nennt man wohl heutzutage »Fake News«. Marias Familie hat bereits in ihrer Todesanzeige zu Spenden für die Flüchtlingshilfe aufgerufen [3] und zeigt sich auch bei der Gründung ihrer Stiftung befremdlich lernresistent. Vielleicht ist das eine Art Selbstschutzmechanismus. Die Erkenntnis, dass gewisse Umstände, die man selbst gefördert hat, zum Tod des eigenen Kindes geführt haben, ist auch für normale Eltern schwer zu verkraften.

»Maria Ladenburger habe für Weltoffenheit, Toleranz und Neugierde auf alles Neue gestanden, sagte der Rektor der Universität Freiburg, Hans‐Jochen Schiewer.«

Toll. Und jetzt ist sie tot.

»Hussein K. hingegen ist rücksichtlos, egozentrisch, ohne Gewissen und frauenfeindlich. Gutachter Pleines sprach vom Fehlen eines ›emotionalen Resonanzraumes‹. K. hat einfach kein Mitgefühl mit anderen. Diese Menschen gibt es auch hierzulande.«

Ja, und es werden irgendwie jeden Tag mehr. Jetzt könnte man natürlich ebenso zynisch schlussfolgern: Gut, das Problem löst die Evolution mit dem ihr ganz eigenen Humor. Wenn die Gutmenschen jedem Dahergelaufenen freudestrahlend die Tür öffnen, dann stehen sie bald auf der Roten Liste. Problem halt nur: Die »Kollateralschäden« in Gestalt unserer Kinder. Das ist völlig inakzeptabel. Und es ist schwer vorstellbar, dass Maria Ladenburger das gewollt hätte.

[1] http://www.fr.de/politik/meinung/kommentare/mord-in-freiburg-ein-urteil-und-ein-zeichen-a-1472404
[2] https://www.n-tv.de/panorama/Hussein-K-ist-vor-allem-ein-Verbrecher-article20349316.html
[3] http://anzeigen.badische-zeitung.de/trauer/traueranzeigen-und-nachrufe/maria-ladenburger-x1x