»Synergie!« Oder: Naturschutz statt Zäune.

»Synergie!« Oder: Naturschutz statt Zäune.
Unorthodox einreisende äh... Syrer? Foto: eldiario.es

Wer die Bilder aus Ceuta sieht [1], empfindet, unabhängig von der politischen Ausrichtung, in jedem Fall Unbehagen. Für die einen steht dort zuviel Grenze, die all jene schwarzafrikanischen Iraker und Syrer an der Betretung des gelobten Abendlandes hindert — die anderen fragen sich etwas irritiert, wieso da bei all dem Aufwand immer noch so viele Wirtschaftsflüchtlinge scheinbar mühelos über den Zaun hüpfen können. Und, das eint wohl alle, es sind keine schönen Bilder. Menschliches Elend und persönliche Schicksale sind damit verbunden. Sowas verhagelt einem definitiv das Abendessen.

Jetzt könnte man natürlich hingehen und, so wie früher, einfach komplett alles verrammeln. Minenfeld, Panzersperren, Selbstschussanlagen, zwölf Meter hohe Mauer mit elektrifiziertem Stacheldraht oben drauf, Wachtürme mit Scheinwerfern, Hundestaffeln und das ganze Gedöns. Könnte man machen. Aber wie sieht das denn aus! Wer jetzt gedacht hat »zweckmäßig!«, möge für einen Moment innehalten. Ja, stimmt, ABER: Mit solchen Bildern ist kein Blumentopf zu gewinnen. Das ist das 21. Jahrhundert, Freunde. Und das gewinnt man nur mit freundlichen Bildern! Wie kommen wir nun da hin?

Naturschutz! Ja, richtig gelesen. Der Zaun muss weg. Oder, sagen wir, der Zaun muss DORT weg. Wir versetzen ihn einfach ein Stückchen weiter nach hinten. Er wird schon noch gebraucht. Wofür, das wird gleich deutlich.

Dort, wo jetzt der garstige Zaun steht, gehört ein Nationalpark hin. Ein etwas längliches, aber geräumiges Naturschutzgebiet. Traditionell afrikanisch und bestückt mit allerlei bedrohten Arten wie, sagen wir mal, einem großzügigen Stückchen Savanne für Löwen, einem ruhigen Flüsschen für Krokodile, und dazwischen findet sich sicher auch noch Platz für einige tausend Elefanten und Nashörner. Ich denke, die Zielrichtung ist klar, ich habe die Artenzusammensetzung nicht im Detail ausgearbeitet.

Der logistische Aufwand dafür dürfte sich, nach einer gewissen Startinvestition, schnell amortisieren. Die vierbeinigen Bewohner des Parks sind praktisch Selbstversorger, Futterkosten entstehen somit keine. Entweder frühstücken sie sich gegenseitig, so wie es Mutter Natur vorgesehen hatte, oder die Nahrungsergänzungspräparate kommen selbstständig zum Empfänger. Für eine gewisse Zeit zumindest, bis es sich herumgesprochen hat. Weiterhin ist eine moderate touristische Nutzung und die Schaffung von einheimischen Arbeitsplätzen in Form von Parkwächtern u.ä. vorstellbar.

Wenn man dieses Bild mal für einen Moment wirken lässt, kann man sich sehr gut vorstellen, welche Schlagzeilen dort eindringende Menschen verursachen würden, die ihre Meinungsverschiedenheiten mit der lokalen Fauna gewaltsam ausdiskutieren wollen. Mit WWF, Greenpeace und Marionetta Slomka im Rücken dürfte es sogar der grünen Jugend schwerfallen, nicht bei der örtlichen Antifa nach Waffen zu betteln, um die Wilderer persönlich vom Elefanten runterzuschießen.

Jugendlicher Aktionismus, Naturschutz, hilfreiche Presse, schöne Bilder UND sichere Grenzen müssen kein Widerspruch sein. Sie können, mit etwas gutem Willen, durchaus eine harmonische Symbiose eingehen. Das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden, oder, wie es wohl heute heißt: »Synergie‐Effekte erschließen«. Man muss nur ab und zu mal etwas kreativer denken!

[1] http://www.eldiario.es/politica/Guardia-Civil-frontera-Ceuta-inmigrantes_0_705529449.html

P.S. Dieser Artikel ist eigentlich schon letztes Jahr entstanden, das Problem hingegen scheint zeitlos zu sein. Nun, außer dass jetzt einige Schwimmen gelernt haben (siehe aktueller Link). Ich füge aus gegebenem Anlass also hinzu: »Und noch irgendwas mit Haien…«

Sina Lorenz

Patriotische Libertäre mit Tendenz zu geistigen Amokläufen.
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